Bücher

Der Pakt der Frauen

Julia Kröhn

In dem spannenden Roman von Julia Kröhn bewegen wir uns sowohl in Wien Mitte der 70er Jahre als auch in Niederschlesien in den letzten Kriegsjahren.

Katharina Adler ist eine junge Dozentin an der Wiener Universität, ein männerdominierter Bereich. Sie hat sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaften zu revolutionieren. Ihre männlichen Kollegen nehmen sie entweder nicht ernst oder agieren feindselig.

In ihrem Fach widmet sie sich Kochbüchern, um darin geschichtswissenschaftlich relevante Aspekte der jüngeren Zeitgeschichte festzumachen. Zu Beginn scheint ihr ihr eigenes Vorhaben nicht wissenschaftlich und zielbringend genug, das ändert sich aber als ihr eine Rezeptsammlung ihrer Mutter Jule in die Hände fällt. Zusammengeschrieben in den letzten Kriegswochen in Niederschlesien.

In Hirschberg, Niederschlesien lebte Jule mit ihrem Mann, einem Flugzeugingenieur, der dort stationiert wurde. Hautnah bekam Jule mit, wie die deutsche SS die „Ostarbeiter“ behandelte. Jule beschloss, sich heimlich und auf ihre Weise für die weiblichen Zwangsarbeiter zu engagieren. Sie erlebt, wie es ist, wenn Frauen zusammenhalten.

Das ist es auch, was das Buch auf so wunderbare Weise transportiert: ein Bund von Frauen ist das Stärkste was es gibt. Das Motiv der starken Frauen im Patriachat wiederholt sich bei Katharina in der Gegenwart von 1976. In einer Zeit in der Frauen zwar gesetzlich gleich gestellt waren aber noch längst nicht gleich behandelt wurden.

Die Autorin hat ein packendes werk geschaffen, das fast schon zeitlos ist. Ihre gezeichneten Bilder aus den letzten Kriegsmonaten sind nicht leicht zu lesen, aber ich finde es so wichtig, dass dieses Thema einfach Bestandteil von Romanen ist. Nichts ist schlimmer als zu vergessen.

#niewiederistjetzt

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