Bücher

Umwege des Lebens

Jodi Picoult

Eine Geschichte, die ich erstmal sacken lassen musste um die Qualität zu erkennen.

Dawn ist seit 15 Jahren verheiratet. Vor 15 Jahren war sie als angehende Doktorandin an Ausgrabungen in Ägypten beteiligt, dabei blieb die Liebe nicht aus. Doch ein Anruf veränderte damals alles. Nun überlebte sie nur knapp einen Flugzeugabsturz und ihr ganzes Leben steht auf einmal Kopf. Hätte ihr Leben anders verlaufen können und sogar besser sein können, wenn sie damals nicht aus Ägypten abgereist wäre? Sie kehrt nach Ägypten zurück um Antworten und ihre große Liebe Wyatt zu finden.

Ich bin großer Fan von Jodi Picoult und ihren Geschichten. Sie widmen sich stets den großen Themen des Lebens ohne dabei erdrückend philosophisch zu sein. Auch die Geschichte um Dawn und ihre Geschichte hat mich gepackt und über mich selbst nachdenken lassen.

Im Umwege des Lebens widmet sich die Autorin den Fragen: Welches Leben will ich leben? Woher weiß ich, dass ich all meine Chancen genutzt habe? Welcher ist der richtige Weg? Thema des Buches ist unter anderem die Ägyptologie. Anhand des Zweiwegebuchs (der Verstorbene kann zwischen 2 Wegen ins Jenseits wählen – Land und Wasserweg) verbildlicht die Autorin die Lebenswege eines jeden Einzelnen. Wie will ich leben und wie will ich sterben? Leben und Tod gehören ja unweigerlich zusammen, das führt uns Jodi Picoult hier vor Augen. Viele Wahrheiten stecken zwischen den Zeilen. Zum Beispiel muss man manchmal im Leben alles durcheinander werfen um es dann neu ordnen zu können. Altes über Bord werfen und neue Wege gehen, auch wenn es zunächst schmerzhaft ist. Und für mich eine der größten Wahrheiten: nichts im Leben ist größer und stärker als die Liebe zum eigenen Kind!

So sehr ich die Geschichten von Jodi Picoult liebe…. von diesem hier war ich anfangs etwas enttäuscht. Der Schreibstil war verwirrend. Wo befinden wir uns zeitlich gerade? Passiert all das wirklich oder nur in einem Parallelleben von Dawn?  Das wird alles erst nach und nach aufgelöst… das fand ich persönlich einfach etwas anstrengend.

Das Buch befasst sich (aus Gründen) viel mit ägyptischer Geschichte und Mythologie. Für mich an mancher Stelle einfach zu viel. Stellenweise waren Passagen voll von Fachbegriffen aus der Ägyptologie und auch aus der Wissenschaft (Dawns Ehemann ist Physiker). Diese Passagen habe ich nur überflogen.

Die Geschichte um Dawn und Wyatt ist dramatisch aber einfach irrsinnig schön.

Ich bin ein Fan von Geschichten mit offenem Ende doch hier ist es mir zu offen.

Alles in allem wieder ein tolles Buch von einer „geborenen Erzählerin“ (Boston Globe), dass allerdings nicht ganz so grandios wie die anderen Bücher von ihr ist.

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