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Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau

Karma Brown

Ein angenehm zu lesender (Krimi) Roman mit Ausflug in die 1950er Jahre.

Alice Hall zieht mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Nate in einen New Yorker vor Ort, sozusagen aufs Land. Alice war bis vor kurzem in der Verlagsbranche tätig, nun aber ohne Job. So kann sie sich ganz auf Haus, Babyprojekt & ihren Roman kümmern. Für Alice ist die Vorstellung „nur“ Hausfrau zu sein anfangs einfach schrecklich. Das Haus aus den 50ern ist noch voller Gerümpel und die Vorstellung nun eine von diesen „spießigen Vorstadtfrauen zu sein“ ein wahrer Graus. Alice ist alles andere als glücklich. Bis sie im Keller des Hauses auf das Kochbuch der Vorbesitzerin Nellie stößt. Nellie war in den 1950er Jahren eine junge Ehefrau. Und wie es damals so war… der Mann der Herr im Haus und Frau muss gehorchen. Nellie flüchtet sich ins Kochen, Backen und ihren wunderschönen Garten mit allerlei Kräutern. Im Jahr 2018 kocht Alice die Gerichte nach und macht sich auf Spurensuche über Nellies Leben. Dabei entdeckt sie ein pikantes Geheimnis…

Mein Fazit:

Die Rückblenden in das Leben von Nellie im Jahr 1955 wirken authentisch und nicht romantisiert. Sie spiegeln sehr gut das Eheleben damals wieder und die Rolle der Frau: hübsch aussehen, Haus und Hof in Ordnung halten aber bitte nicht aufmucken. Nellie wirkt sehr sympathisch und scheint eine durch und durch clevere Frau zu sein.  Bei Alice hingegen bin ich mir unsicher wie ich sie finde.  Durchaus kann ich den ein oder anderen Wesenszug nachvollziehen und mich in ihre Probleme reinversetzen. Ich kann den Druck verstehen die sie verspürt im Hinblick auf die plötzliche Enge ihres Lebens. erst in die Vorstadt und nun auch noch ein Baby? ist das noch ihr Leben? Ihre Wandlung im Laufe der Geschichte fand ich etwas beängstigend  aber doch auch realistisch. All die Geheimnisse und Geschichten die Alice hervorbringt über ihr eigenes und Nellies Leben ist immer wieder spannend zu lesen. Nach und Nach kommt immer mehr über beide Frauen ans Licht, das sorgt für einige „Ach was“ Momente.

Auch das größte Geheimnis der Story wird nicht direkt gelüftet. Der/Die Leser*in erahnt nur den Ausgang von Nellies Ehe. Hier ist der Autorin etwas Wunderbares gelungen.

Mit dem letzten Satz des Buches endet die Geschichte sehr offen. Die Autorin lässt viel Raum für Fantasie, so kann man sich die Geschichte um Alice und Nate weiterspinnen.

Eine klare Leseempfehlung!

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