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#pridemonth: Die andere Welt

Es ist #pridemonth! Ein Monat der für mehr Toleranz und gegen Diskriminierung steht. Auf meinem Blog möchte ich euch gerne Bücher vorstellen, die sich genau damit befassen. Keine klassischen LTBQ+ Bücher (gibts die überhaupt?). Bücher mit tollen Storys und in denen es um Liebe geht, Liebe zwischen allen Geschlechtern!

Den Beginn macht: Die andere Welt von Julie Cohen

Ein Roman über Familie, das eigene Ich und was das Geschlecht damit zu tun hat.

Als ich den Klappentext von „Die andere Welt“ gelesen habe, konnte ich mir  nicht so richtig vorstellen, mit welcher Wucht mich die Geschichte trifft.

„Louise und Louis haben alles gemeinsam, bis auf eines: ihr Geschlecht. Beide wachsen zu willensstarken jungen Menschen heran, verlieben sich, träumen davon, Romane zu schreiben-und verlieren in einer dramatischen Nacht viel zu früh das Vertrauen ins Leben. Dreizehn Jahre später können beide nicht mehr vor der Vergangenheit davonlaufen und kehren in die Heimat zurück. was denkt und fühlt Louise, was Louis? Wie verlaufen zwei Wege, die mit nur einem Unterschied beginnen?“

Es geht also um Louis und Louise, die eigentlich eine Person sind. (Es hat einen Moment gedauert bis ich das verstanden habe.) Julie Cohen erzählt die Geschichte von Louis(e) aus der Perspektive der unterschiedlichen, biologischen Geschlechter und macht somit deutlich, welchen Einfluss das Geschlecht auf das Leben hat. Gemeinsam habe beide Protagonist_innen, dass sie bisexuell sind. Irrungen und Wirrungen im Teenageralter mit eingeschlossen. Nach 13 Jahren kehren beide ans Sterbebett ihrer Mutter zurück. Der Weg fällt ihnen nicht leicht…nach einer verhängnisvollen Nacht wollten beide nie mehr zurückkehren…

Meine Meinung:

Einfach ein großartiges Buch! Julie Cohen hat einen tollen Schreibstil. Ich konnte mir die Landschaft in der Louis(e)  aufgewachsen ist so gut vorstellen. Die Atmosphäre spüren, die Luft riechen und die schwüle Hitze spüren. Zudem hat sie einfach ein tolles literarisches Geschick und Gefühl für Wörter. Fast schon philosophisch und poetisch ist so manche Textstelle:

„Doch als Lou geboren wird, sehen alle zuerst das biologische Geschlecht. Es ist das erste, wonach jeder fragt. Die Grundlage jeder einzelner Entscheidung, die über diesen kleinen Menschen getroffen wird, bevor er die Macht besitzt, eigene Entscheidungen zu treffen.“

„Jetzt gibt es keine Vergangenheit mehr, kein Geschlecht, kein er oder sie. Es gibt keinen Verrat, keinen Schmerz. Keine Geheimnisse oder nicht erfüllte Hoffnungen. Nur eine Mutter und ein Kind. Das Kind, das in ihrem Körper heranwuchs, das von ihrer Brust trank, […] keine Kleidung in Rosa oder Blau oder Gelb oder Rot-nichts von den Dingen, die ein Leben in die ein oder andere Richtung lenken, hat jetzt noch eine Bedeutung. Nur das hier.“

„Wir dürfen uns nicht abhängig machen von Verallgemeinerungen, von Definitionen. Kein Schicksal ist unabänderlich. es gibt nur Menschen – Menschen mit ihren unzähligen Möglichkeiten und Widersprüchen, mit ihren Wünschen und Ängsten, mit ihren Handlungen, die noch Jahre nachwirken und die Welt verändern.“

Neben der wirklich schönen Geschichte hat der Roman eine ganz wichtige Message:

Das Geschlecht ist zweitrangig, wichtig ist der Mensch!

Mir ist klar geworden, wie schwer es für Menschen in dieser Gesellschaft sein muss, die sich keinem biologischen Geschlecht zuordnen können oder wollen, alles ist darauf ausgelegt. Toiletten, Formulare, Spielzeug, Kleidung…

Diversität in jeglicher Hinsicht ist leider in unserer Gesellschaft noch nicht normal genug. Transsexualität, Homosexualiät, Bisexualität… all das findet in vielen vielen Situationen noch Anfeindungen und ist mancherorts sogar noch Straftatbestand. Auch in der Literatur ist z.B. Homosexualität noch nicht die Regel. Ja sicherlich gibt’s ein eigenes Genre, aber sollte es nicht einfach normal sein, dass sich in Büchern zwei Männer oder zwei Frauen lieben?  Das muss sich ändern. 

Gerne möchte ich euch im nächsten Beitrag LQTB+ Bücher vorstellen die divers sind und einfach schön!

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