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Das Rosie Projekt

Graemie Simsion

Kein typischer Liebesroman, eher ein modernes Märchen mit unkonventionellen Protagonist*innen.

Zur Story:

Alles in Don Tillmanns Leben folgt einer bestimmten Logik und einem bestimmten Plan. Er handelt nicht einfach aus dem Bauch heraus. Das kann er auch gar nicht, denn er hat das Asperger Syndrom. Das lässt der Autor zu mindestens an der ein oder anderen Stelle durchblicken. Sein Alltag, sein Leben ist durchgeplant. Um eine Ehefrau zu finden entwirft der Professor in Genetik einen umfangreichen Fragebogen (rauchen?  Pünktlichkeit? Hobbies?) . Nicht passende Partnerinnen können so praktischerweise direkt ausgeschlossen werden. So geht er das „Ehefrauen-Projekt“ ganz praktisch an. Doch dann trifft er auf Rosie. Diese hat ihm sein einziger Freund Gene ausgewählt. Sie fällt bei so ziemlich allen Fragen komplett durch und ist eigentlich so gar nicht als potentielle Ehefrau geeignet. Doch bei ihrem gemeinsamen „Vater-Projekt“ (Rosie möchte endlich wissen wer ihr leiblicher Vater ist) kommen beide sich näher. Für Don ist die Nähe und die plötzlichen Gefühle und Emotionen schwierig zuzuordnen und auszuhalten….

Meine Meinung:

Zweifellos ein tolles Buch. Witzig geschrieben, schöne Story mit Happy End. Aber so richtig richtig hat es mich einfach nicht vom Hocker gerissen. Ich teile nicht die absolute Begeisterung mit der es mir empfohlen wurde.

Anfangs wird nicht klar formuliert, dass Don das Asperger Syndrom hat. Sich selbst bezeichnet er als „Nicht normal/anders“. Das hat es mir etwas schwer gemacht bei der Story durchzublicken.

Beim Lesen tat ich mir mit Dons „Diagnose“ (oder eben auch nicht) etwas schwer. Der Autor beschreibt, wie sich ein Asperger-Autist fühlt. Aber woher weiß er das alles, wenn genau das (Emotionen mitteilen, Gefühle wahrnehmen) schwer fällt?

Auf der Buchklappe steht „sind wir nicht alle ein bisschen Don Tillmann?“

Mit Sicherheit hat jeder so seine Eigenheiten. Ich persönlich zum Beispiel finde es absolut nicht in Ordnung (und super eklig), wenn man Grießpudding und Kirschgrütze miteinander vermischt. Bücher müssen geordnet sein und ganz lange bin ich ausschließlich Freitags einkaufen gegangen.  Aber der Aussage im Buch zufolge, bedeutet dies, dass jeder ein bisschen Asperger Autist ist. das wird nur jenen nicht gerecht, die tatsächlich darunter leiden. Und ich meine wirklich leiden. Leiden, weil sie merken, sie sind anders, nicht der Norm entsprechend und somit nicht gesellschaftskonform. Dieser Aspekt, kommt mir im Buch einfach zu kurz. Das Asperger –Syndrom wird abgetan als sei man einfach etwas verschroben. Schade.

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